Verein zur Förderung innovativer Rechnertechnologien in der Entwicklungshilfe

Village Scribe Association

   Dorfschreiber Verein

 

Das Dorfschreiberprojekt

In der Anfangsphase könnte der Dorfschreiber möglicherweise eine Lizenz von der Schule erwerben, um das IT-Zentrum zu nutzen. Die Schule kann die Lizenzgebühren dafür nutzen, eventuelle Reparaturen oder neue Austattung zu bezahlen. Der Dorfschreiber widerum kann von den Gemeindemitgliedern, die seinen Service nutzen wollen, eine Gebühr verlangen. Für diese Gebühr kann das IT-Zentrum und das Internet genutzt werden, und des Lesens und Schreibens oder des Internets Unkundige können vom Dorfschreiber Unterstützung bekommen. Mit den Gebühreneinnahmen kann der Dorfschreiber seine laufenden Kosten decken, sein Darlehen abbezahlen und seinen Lebensunterhalt begleichen. Es ist wichtig, dass dieser Tätigkeit ein Geldwert begefügt wird, um den Dorfschreiber zu motivieren, unternehmerisch zu denken und Möglichkeiten effektiv zu nutzen.

Der Dorfschreiber muß eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Er muß in der Lage sein, Computer Hard- und Software zu bedienen und kleine Fehler zu beheben. Er muß von der Gemeinde als Autoritätsperson anerkannt und soweit ausgebildet sein oder werden, dass er Personen ohne Computerkenntnisse oder sogar Analphabeten bei der Bedienung der Computer helfen kann bzw. entscheiden kann, wer zur selbständigen Bedienung und wer nur zur Bedienung unter Beaufsichtigung zugelassen ist. Außerdem muß der Dorfschreiber einfache Managementfähigkeiten aufweisen, d.h. er übernimmt die Buchhaltung und führt das Geschäft. Idealerweise wird es sich bei dem zukünftigen Dorfschreiber um eine/n sehr engagierte/n ehemalige/n SchülerIn aus dem ECSPIRT Training Programm handeln, die/der sich verpflichtet, im Dorf zu bleiben und für die Gemeinde zu arbeiten. Damit hätten wir eines unserer Nachhaltigkeitsziele erreicht.


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Ablauf, Bedingungen und Partner im Dorfschreiberprojekt

Idealerweise sollte das IT-Zentrum einer Schule nach Beendigung des Unterrichts vom Dorfschreiber genutzt werden, so dass Ressourcen geteilt und Kosten gespart werden und das IT-Zentrum voll ausgelastet wird. Tatsächlich ist in unserem Falle genau das in der Anfangsphase in Nkwalini, wo wir unseren ersten Dorfschreiber gefunden haben, passiert. Herr Msindwana nutze die Rechner, um einigen - hauptsächlich weiblichen! - Eltern und Lehrern grundlegende EDV-Kenntnisse beizubringen, nachdem die Gemeinde aus eigenen Stücken mit dieser Bitte an ihn herantrat. Leider ist es aus verschiedenen Gründen sehr schwierig, den Dorfschreiber länger als ein paar Monate in dieser Position zu verankern. Auf langfristige Sicht ist der Dorfschreiber gezwungen, seine eigene Ausstattung zu erwerben und Internetzugang sowie Strom (evt. von der Schule) zu mieten. Der Grund dafür ist, dass die Schule und ihre Einrichtung dem Bildungsministerium (DoE) gehört und nicht für kommerzielle Zwecke von einem Unternehmer (in diesem Falle dem Dorfschreiber) genutzt werden darf, obwohl nicht auszuschließen ist, dass in diesem Falle unter Umständen eine Ausnahmeregelung ausgehandelt werden könnte.

Erfreulicherweise konnten die Rhodes Universität und das SLL aushelfen und Herrn Msindwana sowohl einen Laptop finanzieren als auch ein Gehalt für verschiedene Serviceleistungen zahlen. Außerdem laufen in Südafrika einige Programme, die dazu führen sollen, dass den Menschen mehr Verantwortung übergeben, und dass der Zugang verbessert wird. Der naheliegenste Partner für unser Projekt ist die Südafrikanische Agentur für Universellen Zugangsservice (USAASA), und wir befinden uns bereits in Verhandlung über Möglichkeiten für Projekte, die zukunftsfähigen Servicezugang schaffen. USAASA oder vergleichbare Institutionen könnten dem Dorfschreiber beim Aufbau eines IT-Zentrums helfen, indem sie kostengünstige Darlehen mit niedrigen oder gar keinen Zinsen anbieten und Unterstützung für laufende Kosten bieten. Die niedrigen Ausgaben des Dorfschreibers bedürfen nur niedriger Subventionen, so dass viele Dorfschreiber gefördert werden könnten.

Projektbeschreibung    eGovernment    eCommerce    Aufgaben des Vereins

Das Konzept des Dorfschreiberprojektes

Computereinrichtungen und das Internet eröffnen ganz neue Möglichkeiten für gebildete Gemeindemitglieder, ihre ökonomische Situation zu verbessern, indem sie mit der südafrikanischen sowie der Internetgemeinschaft interagieren. Dieser Weg eröffnet auch neue Möglichkeiten für eine bessere Kommunikation zwischen der Regierung und den ländlichen Gemeinden, welche bisher durch ihre Distanz zur Regierung stark benachteiligt sind. Diese beiden Vorgänge, nämlich eCommerce und eGovernment, bringen umgehend einen handfesten Nutzen für die Gemeinschaft. Die Herausforderung liegt in der Erschließung des Potentials. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist die Gemeinde nicht in der Lage, die Angebote und Möglichkeiten des Internets zu nutzen, da ihr das Bewusstsein und das Verständnis der Vielfältigkeit des Konzeptes fehlt, die benötigt werden, um die Anwendungen zu beherrschen. Nur eine Person, die Teil der Gemeinschaft ist, aber auch das Internet versteht, wird es verstehen, diese Ressource für jedermann zugänglich zu machen. Dieses Konzept ist für die Namensgebung unseres Vereins verantwortlich: Der Dorfschreiber ist jemand, der digitalen Service in die Gemeinde bringt, um die Lebenssituation zu verbessern. Dieses Konzept ist vergleichbar mit der Situation in vielen Teilen Europas im 19. Jahrhundert und früher, wenn der Dorfschreiber für die Menschen im Dorf, die weder lesen noch schreiben konnten, die Verbindung zur Welt herstellte.

Aktuelle Neuigkeiten finden Sie ab sofort in unserem Blog.

Unser erster Dorfschreiber in Nkwalini, Herr Siphiwo Msindwana